5. Februar

Nachdem es die ganze Nacht wieder gewittert hat, klingelt heute unser Wecker um halb sechs in der Frühe. Wir besuchen im Morgengrauen das Buschvolk der Hadzabi.

Dort werden wir in die Kunst des Jagens eingeführt. Nach der Theorie kommt die Praxis…..wir folgen den drei Jägern und beobachten Sie bei der erfolgreichen Jagd eines Dik Dik´s.

Anschließend erreichen wir wieder das Dorf und schauen beim Zerlegen des Wildes zu. Die Innereien wie die Leber werden teilweise von den Männern direkt an der Feuerstelle roh gegessen, der Rest wird mit dem Fleisch den Frauen übergeben, die daraus eine Suppe zubereiten.

Hier herrscht eine strenge Arbeitsaufteilung, die Männer gehen jagen und bilden die Obhut, die Frauen sind die Sammler und kümmern sich um die Kinder und die Essenszubereitung. Für mich als moderne Frau nicht mehr so ganz vorstellbar…

Wir verlassen vormittags das Dorf und machen Siesta bis halb vier Nachmittags in unserem Zelt.

 

Anschließend werden die Koffer gepackt und Charly fährt uns zu einem anderen Buschvolk. Dieses Volk lebt sesshaft und nicht als Nomaden ständig weiterziehend. Als „normaler“ Mann besitzt man mindestens 3 Frauen, wobei kurioserweise die 1. Frau dem Mann die 2. Frau aussucht. Ich kann nur staunen…..

Wir werden von einer Familie in ihre Lehmhütte eingeladen und schauen uns an, wie aus Mais händisch Mehl gemahlen wird. Anschließend soll ich es auch mal probieren…oje, wir würden alle verhungern!

 

Auf jeden Fall wird viel gelacht. Toll fand ich die Neugierde der Frauen. Sie wollten genau wissen, wieviel Kinder ich habe, wieviel Frauen mein Mann hat und ob er auch 15 Kühe für mich bezahlen musste…..die Kommentare meines Mannes kann man sich denken…..eine Frau ist schon teuer genug und bezahlt hat er 1 Euro usw…

Genau wie mir war diesen Buschfrauen unsere Lebensweise unvorstellbar. Auf die Frage, was mit den alten Leuten passiert werden wir schon alle nachdenklich. Ich bin froh, dass mein Vater eine diplomatische Antwort versucht. Es ist vielleicht auch nicht alles gut bei uns.

Mit vielen Eindrücken und Dankesbekundungen verlassen wir die Familie und machen uns spätnachmittags auf den Weg in das Ngorongoro Farm House, wo wir drei Nächte verbleiben.