Bangkok – II

Trotz der brütenden Hitze unter der Smogglocke von Bangkok planen wir noch einen Sightseeing-Tag ein. Es geht wieder Richtung Grand Palace zum Bangkoks ältesten Kloster, Wat Pho.

Die Hauptattraktion ist ein 45m langer und 15m hoher liegender Buddha aus Gold.

Wir haben bereits nach 16 Uhr, daher ist der Besucherstrom überschaubar. Mit einem geliehenen giftgrünem Kittel verkleidet (denk nicht dran, lange Hosen anzuziehen…), darf ich diesen Raum auf Socken betreten.

Das Kloster ist wie der Grand Palace mit vielen „Chedis“ (Türmen) ausgestattet, die mit Mosaiken aus Kacheln bedeckt sind.

In einem der Tempel in der Klosteranlage können wir das Gebet einiger Mönche beobachten und belauschen. Wie im Beitragsfoto zu sehen, haben übrigens auch Mönche gerne ein Gruppenfoto von sich….(ausnahmsweise mal ein Foto von mir! 🙂 .)

Nicht weit weg vom Kloster spazieren wir Richtung Chao Phraya (der sich durch Bankok schlängelnde Fluss), zur Anlegestelle, um mit einem Boot auf die andere Seite gebracht zu werden.

Drüben angekommen bleibt uns bei bereits sinkender Sonne noch eine halbe Stunde Zeit, den Tempel der Morgenröte, den Wat Arun zu besichtigen. Der 79m hohe Turm ist das Wahrzeichen von Bangkok und kann normalerweise über steile Treppen bis auf eine Aussichtsplattform bestiegen werden. Diese Treppe ist leider aufgrund von Instandhaltungsarbeiten gesperrt aber der mit chinesischem Porzellan, buntem Glas und Muscheln reich verzierte Turm ist auch so sehr sehenswert.

Um wieder auf die andere Flussseite zu gelangen buchen wir diesmal ein Boottaxi der „blauen Route“ und fahren südöstlich den Fluss hinunter bis zu einer naheliegenden Skytrain Haltestelle. Von hier aus bringt uns dann der Zug bis zum Hotel zurück. Das Boottaxi hat mich wirklich erschöpft. Eng eingepfercht zwischen den ganzen Menschen, dann die sauerstoffarme Luft, ich bekomme immer leichte Panik und Beklemmung, wenn der Raum um mich herum so klein wird.

Im Hotel angekommen ist immer unser erster dringlicher Schritt in die Dusche, um sich den gefühlten Dreck der Strasse abzuwaschen. Dabei fällt automatisch der Blick auf unsere Toilette.

Normalerweise würde ich ja nicht im öffentlichen Blog über die Einrichtungen unserer verschiedenen Badezimmer schwadronieren, aber hier muss ich eine Ausnahme machen. Selbst über Skype haben wir unserem Sohn dieses Prachtstück bereits gezeigt. Es ist nicht nur ein normales WC und vielleicht täusche ich mich ja auch und ihr alle da draussen besitzt schon so ein technisches Wunderwerk. Wenn man sich also entspannt niederlässt, erwartet einen eine aufgewärmte Brille (wo mir sowieso schon so heiß ist). Wenn man dann noch entspannter wieder aufsteht, geht wie von Wunderhand die automatische Spülung an. Jetzt befindet sich an der Duschglastür noch ein raffiniertes Kästchen, mit dem jedes altmodische Bidet seine Daseinsberechtigung verliert. Weitere Ausführungen erspare ich mir jetzt, nur soviel…Roland hat sich gehütet, diesen Tasten nur in die Nähe zu kommen, ich habe todesmutig mal draufgedrückt…. ist nicht meine Welt!

Der letzte Absatz sollte nicht als Abschluss meines Beitrags stehenbleiben, daher noch eine kurze Beschreibung unserer letzten Abende. Wir kommen mit Bangkok einfach besser in den Abendstunden zurecht. Nach unserem fulminanten Restaurantbesuch in „The Dome“ haben wir uns wieder auf unsere typischen, dem Geldbeutel freundlich gesonnenen Essenslokale geeignet. Getestet wurde eine Tapas-Bar in unserem Viertel (war auch lecker) sowie gestern eine Bar mit Live-Musik. Rolands großer Wunsch war der Besuch eines Jazz Clubs, aber da stecken wir als Ehepaar immer in einem Dilemma: Für Roland ist jede Art von Jazz genussvoll für mich nur ein Bruchteil, der mich nicht an jaulende Katzen erinnern darf. Wir haben Glück und finden die Saxophon Bar in langer Tradition mit hervorragender Soul und Blues Musik. Der Club ist voll und wir feiern bis Mitternacht mit.

Kulturell haben wir sicherlich nur einen kleinen Bruchteil von Bangkok besichtigt, aber ehrlich gesagt fehlte uns bei diesen Hitze- und Luftverhältnissen einfach der Drive. Wir sind nun über 2 Monate unterwegs und der Drang, alle Höhepunkte abzuhaken, ist uns abhanden gekommen. Vielmehr zehren wir von den kleinen Erlebnissen und Geschichten, durch diese uns Bangkok immer in Erinnerung bleibt.

Laa Goon Bangkok!

Ein Gedanke zu „Bangkok – II“

  1. Hallo Ihr Beiden, es ist immer wieder wunderbar eure Berichte zu lesen und unglaublich was ihr alles gesehen und erlebt habt.
    Bei uns ist das Wetter leider nicht so schön wie bei euch.
    Wir freuen uns schon sehr darauf , euch im nächsten Monat wiederzusehen .
    Viel Spass für die nächsten Wochen.
    LG Petra und Franz

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