Hanoi

Bei 21 bis 26 Grad läßt es sich nach Bangkok wieder gut draussen aushalten. Wir haben einen Tag frei bevor unsere in Deutschland bereits vorgebuchte Vietnamreise startet. Mit einem Stadtplan ausgerüstet, mischen wir uns unter das Volk und erkunden die Gassen rund um unser Hotel mitten in der Altstadt. Der Verkehr ist auch hier gewöhnungsbedürftig – da es entweder keine Fußgängerwege gibt, bzw. diese mit Waren vollgestellt sind, laufen wir notgedrungen am Straßenrand. Ein Himmelfahrtskommando bei den hunderten von Mofas, Taxifahrern, Tuk-Tuks, die haarscharf an unseren Füßen vorbeirauschen. An ruhiges Fotografieren und Umherschauen ist nicht zu denken…

Abends geniessen wir den Wochenend Nightmarket, bei dem die Straßen für den Autoverkehr gesperrt sind und alle Vietnamesen auf den Straßen essen. Ich kann mich nicht durchringen, das Essen von der Strasse zu kosten, Roland wäre mutiger. In unserem Magen-Darm Trakt ist schon genug Unruhe, das möchte ich nicht noch steigern…

Wir finden ein Restaurant, wo bereits andere Touris sitzen. Ob das allerdings besser war???

Heute morgen nach dem Frühstück lernen wir nun unseren deutschen Stadtführer kennen, der uns mit einem weiteren deutschen Pärchen Hanoi näherbringen möchte.

Christian Oster ist ein deutscher Politikwisssenschaftler und Journalist, der bereits seit 15 Jahren hier mit seiner Familie lebt, eine eigene Firma besitzt und für das hier ansässige Goethe-Institut sowie für den Radio Sender „Voice of Vietnam“ arbeitet. Bei Interesse müßt ihr unbedingt mal seine Webseite www. Hanoikultour.com besuchen und dort die Referenzliste sowie die Pressestimmen anschauen. Kaum ein deutscher Politiker (Merkel, Steinmeier, Westerwelle, Schröder, Gabriel, Merz, usw.), den er nicht durch Hanoi begleitet hat. Die kleinen Geschichten und Anekdoten u.a. über diese Herrschaften haben den heutigen Tag neben seinem natürlich unschätzbaren Wissen unheimlich bereichert. Währenddessen hat uns Christian durch Gassen geführt, die als solche gar nicht erkennbar sind. Wir haben dabei Hinterhöfe und 1 Zimmerbehausungen gesehen, die selbst unsere Hunde verweigern würden…. wir haben über Buddhismus, Kommunismus, Konfuzianismus, Geschichte, Tradition, Politik und .. und .. und gesprochen und dabei den Stadtkern per Pedes erkundet.

Natürlich werde ich durch ihn als ein ehemaliger Restaurantbesitzer im Schwarzwald auch eines besseren belehrt, was die Sauberkeit der Küchen angeht… während Restaurants vieles aus der Tiefkühle holen, sind die Strassenküchen darauf ausgerichtet, ein einzelnes Gericht an ihre vietnamesischen Stammkunden so frisch wie nur geht zu verkaufen. Ich höre mir das etwas skeptisch an und bin nicht verwundert, dass er uns zum Lunch auf kleinen Plastikstühlen an die Strassenküche einer Kreuzung einlädt. Hier wird er schon fröhlich von einer 84jährigen mit ihrer ganzen Familie begrüßt. Es gibt Glasnudelsuppe und dazu verschiedene gebratene Fleischstücke sowie Rohkostbeilagen, die beliebig mit in die Suppe gegeben werden können.

Ich versuche nicht auf den Spüllappen oder das Spülwasser zu schauen, vertraue diesem Mann und den netten Köchinnen meinen Magen an und fange an zu essen. Es schmeckt super lecker und Christian grinst zufrieden. Bis jetzt, 9h Stunden später, ist mein Magen ruhiggeblieben, das werte ich als gutes Zeichen 🙂 .

Danach gönnen wir uns auf seinem Vorschlag hin eine Massage und lassen den Tag entspannt ausklingen. Herzlichen Dank an Christian für diesen informativen Ausflug und die vielen Einblicke in eine Welt abseits des Tourismus!

Morgen haben wir noch einen freien Tag und um neun Uhr Abends wartet auf uns der Nachtzug in den Norden nach Vietnam.

Damit melde ich mich für ein paar Tage ab, denn Internet ist bis in die Bergdörfer sicherlich noch nicht vorgedrungen.

 

Ein Gedanke zu „Hanoi“

  1. Hallo Roland,
    ich wünsche dir weiterhin eine tolle Reise! Ich werde später euren Blog mal genauer inspizieren.
    Liebe Grüße aus Duisburg,
    Fabian

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