Kili – Rongai-Gate bis School House

Endlich war es soweit. Nach unsere Registrierung am Rongai-Gate auf 2364m und einem leckeren Mittagessen starteten wir als private 18kopfstarke Gruppe unsere Besteigung des Kilimandjaro auf der Kikeleva-Route durch eine üppig bewaldete Vegetationszone.

 

Heutiges Ziel sollte das 6km entfernte Simba Camp auf 2670m sein. Die ersten Tage verfolgten uns ständig die liebevoll mahnenden Worte „PolePole“, also langsam gehen. Ebenfalls bat uns unser Guide in den ersten Tagen, mindestens 3l am Tag zu trinken zusätzlich zu Porridge, Suppen usw. um mögliche Kopfschmerzen bzw. eine beginnende Höhenkrankheit zu verhindern. Natürlich hielten wir uns strikt daran.

Eigentlich sollte der Aufstieg des ersten Tages 3h dauern, wir waren trotzdem in 1,5h da, trotz polepole…naja.

Unsere roten Zelte standen schon bereit, ebenso das große Essenszelt und unser persönliches Klozelt! Hatten wir gar nicht extra bestellt, war aber ein echter Hauptgewinn. Wer auch immer dafür gesorgt hat….herzlichen Dank!

 


Am nächsten Tag schlängelte sich der 6km lange Weg vorbei an der First Cave bis zum Campground am Second Cave auf 3450m. Nach dem Frühstück starteten wir gemütlich, da wir den ganzen Tag Zeit hatten.

Apropos Frühstück,  was ein Koch mit einem Gasbrenner alles zaubern kann….. wir haben ihm gerne dabei zugeschaut, wie er mit Töpfen und Pfannen jonglierte und nicht nur uns sondern den ganzen hungrigen Portern Essen zubereitet hat.


 

Morgens gab es immer lecker Porridge, frisches Obst wie Ananas oder Mango aber auch Pancakes und Omelett. Dazu Kaffee, Tee, Kakao oder Saft und Wasser ganz nach Belieben. Aber was ich immer besonders nett fand, war der allmorgendliche Weckdienst durch eine in das Zelt gebrachte Tasse Kaffee! Vermisse ich sehr zuhause…….

Trotz leckeren Frühstücks war mir aber heute schnell unwohl und ich hatte wackelige Beine. Vielleicht merkte ich schon die Höhe? Der Weg war eigentlich die ersten 3km nur leicht ansteigend, am Ende dann etwas steiler werdend. Wir waren langsam unterwegs, machten nur kurze Pausen und benötigten trotzdem 3h für 6km. Ich war sehr froh, am heutigen Ziel angekommen zu sein. Der Campground ist wunderbar gelegen mit tollem Blick auf den Kibo. Wir tranken übersüßen Tee und plötzlich ging es mir wunderbar! Anscheinend war ich unterzuckert. Alle Kraft war wieder da und meine Laune wieder bestens. Nur für Roland kam nun die entscheidende Frage, ob er seine plötzlich auftretenden Belastungskopfschmerzen in den nächsten Tagen in den Griff bekommt. Eine Ibuprofen brachte nach 1 Stunde Gott sei Dank Linderung. Auch Florians Kopf klopfte bei jeder Anstrengung ganz ungewohnt. Ansonsten ging es uns jedoch gut und wir tranken so viel wir konnten. Unser Guide fragte ständig nach, ob wir Probleme in der Höhe hätten und wir antworteten ihm ehrlich.

Zur besseren Akklimatisierung wollte er am Nachmittag noch ein Stück hochgehen, aber aufkommender feuchter Nebel hielt uns davon ab. Er erzählte uns von seinen Erfahrungen mit der feuchten Luft im Zusammenhang mit einem möglichen Lungenödem – wir vertrauten  ihm völlig und entspannten lieber in unseren Zelten.

Der dritte Tag diente als zusätzlicher Akklimatisierungstag. Während die Rongai-Route auf direkten Weg dem Kibo zusteuert, zweigt die von uns begangene Kikeleva-Route heute über einen 12km langen Umweg Richtung Marenzi ab.



Wir erreichten nach 150Höhenmeter und 6km Gehstrecke heute bereits das Ziel, das  Kikeleva Camp auf 3600m Höhe. Mir ging es erstaunlich gut, bei den Männern blieb ein leichter Kopfschmerz. Strahlen konnten wir trotzdem!


 


Die Abende draußen waren mittlerweile so kalt, dass unser Guide den Esstisch  im warmen Kochzelt aufstellen ließ.


Dichtgedrängt und mollig warm in der  Nähe am Brenner und den leckeren Essensdüften schlürften wir dann dankbar unseren Tee und spielten Karten oder Kniffel. Was bin ich froh, an Spiele gedacht zu haben! Die Nachmittage und Abende waren sehr lang und da wir als Familie alleine unterwegs waren, brauchten wir einfach noch etwas kurzweilige Beschäftigung. Ich hatte das Kinderkartenspiel „Schwarzer Peter“ eingesteckt und wir hatten in dem Zelt teilweise für große Belustigung gesorgt – jeder der Roland kennt, weiß um seine besondere Lache….nach dem Essen so um 19Uhr und der anschliessenden Katzenwäsche (jeder bekam 1 Schale warmes Wasser zugeteilt) kuschelten wir alle drei uns in 1 Zelt und quatschten bis wir müde wurden. Wenn man mich jetzt anschließend fragt, war die Wanderung bis letztendlich zur eigentlichen Aufstiegsnacht die schönste Zeit der Wanderung als Familie! Wer weiss, wann wir mit unserem erwachsenen Sohn noch einmal so dichtgedrängt zusammenliegen und in die sternenübersäte Nacht schauen…..da kann man schon etwas melancholisch werden.

Der vierte Tag unsere Wanderung sollte uns auf über 4000m in die Alpine Vegetationszone bringen. Ich selbst war noch nie so hoch und richtig aufgeregt. Ebenfalls freute ich mich auf die Aussicht des Mawenzi und den am Mawenzi Tarn Hut gelegenen See auf einer Höhe von 4315m. Wir hatten heute wieder etwas mehr Höhenmeter zu bewältigen, über 700m auf einer Strecke von 3,5km aber wir kamen gut voran.


Leider wurde die Sicht immer schlechter. Der See war in dem dicken Nebel kaum zu erkennen, auch die Sicht auf den Mawenzi nur kurzfristig frei.


 

Das fanden wir schon schade.  Aber gegen das Wetter konnten wir leider nix machen.


Roland ging es mittlerweile wieder gut nur Florian hatte noch einen dicken Kopf, schwache Beine und einen erhöhten Puls.  Nach der Vorbereitung unserer Zelte und der obligatorischen Katzenwäsche setzen wir uns ins Kochzelt, tranken Tee und Wasser und hofften auf Besserung. Die Anspannung wuchs langsam, nur noch 1 kurze Nacht auf der School Hütte auf 4800m….

Mittlerweile hatten sich unsere Schritte deutlich verlangsamt. Die 500Höhenmeter zur School Hütte auf einer 9km Strecke verliefen über den Sattel zwischen Mawenzi und Kibo. Wüstenartig und nur noch vereinzelt kleine Buschwerk zu sehen erschien die Landschaft wie auf dem Mond.


Wir gingen dem Kibo nun entgegen. Leider auch hier immer versteckt hinter Wolken, liess sich der lange nächtliche Aufstieg nur erahnen. Der Weg trennte sich als bald. Einige Wanderer sollten auf dem Kibo Hut bei 4700m nächtigen, wir selbst stiegen auf 4800 m zur School Hütte auf.

Nach dem Abendessen besprach der Guide mit uns den Aufstieg. Geplant war bereits um 23Uhr der Start, um etwas mehr Zeit bis zum Sonnenaufgang zu haben. Bei Nachfrage, wie das Wetter am Gipfel wäre, antwortete Augustin ehrlich, dass die Sicht wohl eher schlecht wäre. Wir hatten bereits damit gerechnet. Seit Tagen nur Wolken am Kibo…..wir machten uns um 17Uhr bettfertig, legten unsere Sachen bereit und schliefen sogar ein.

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