Archiv der Kategorie: Donauradweg

Ulm

Unsere Radtour heute könnte unter dem Motto stehen :“…nur die Harten kommen in den Garten!“.

Die Temperaturen liegen heute zwischen 10 und 13Grad bei Dauerregen. Die Wetterprognose hatte uns diese Aussicht schon prophezeit. Abgelenkt werden wir nur durch das ständig wechselnde Bergauf- und Bergabfahren. Ich bin froh, dass wir am dritten Tag mittlerweile warm gefahren sind und unsere Oberschenkel nicht mehr ganz so laut jaulen…und außerdem haben wir Abfahrten dabei, vor denen ich ganz schön Respekt habe. Erwähnt sollte hier eine 30km/h- Zone im Wohngebiet werden, welche wir mit über 50 km/h durchfahren haben! Da machen auch mir Berge Spaß!!

Die Radtour führt uns von Zwiefalten über kleine Orte wie Rechtenstein, Untermarchtal,

Munderkingen, Rottenacker ca. 30km weiter in die Kreisstadt Ehingen.

Was wir gestern schon zuhauf auf unserem Weg beobachten konnten, sind Störche. Hier wenigstens ein Beweisfoto der scheuen Vögel.

 

Eigentlich wollen wir in Ehingen kurz pausieren, aber das Zentrum ist durch den sogenannten Ehinger Kirbemarkt so überlaufen, dass wir schnell Reißaus nehmen.

Also weiter gehts bis wir nach ca. 45km in Öpfingen unser Glück finden, den Landgasthof „Ochsen“. Eine Fädelesuppe als Starter und anschließend hausgemachte Rehwürste aus eigenem Jagdrevier bringen uns wieder in Hochlaune. Am liebsten würden wir noch ein wenig länger bleiben denn wieder draussen müssen wir feststellen, dass aus dem vormittäglichen Nieselregen ein kräftiger Dauerregen geworden ist. Jetzt heisst es Zähne zusammenbeißen und die letzten 26km nach Ulm Gas geben. Am Oberkörper trocken aber mit nassen Füssen kommen wir gut 1h später im Ulmer Fischerviertel an und beziehen unser schönes Zimmer im „Schmalem Haus“ (siehe Beitragsbild: das schmale Haus mit den roten Balken).

Nach einer ausgiebigen heissen Dusche wagen wir uns dennoch raus, um wenigstens eine Runde durch die schöne Ulmer Innenstadt zu drehen und das Ulmer Münster, die größte evangelische Kirche Deutschlands und mit 161,53m Höhe der höchste Kirchtum der Welt zu besichtigen. Ich beschreibe das hier so ausgiebig, weil ja alle immer so vom Kölner Dom reden. Der ist doch nur 157,38m hoch und der dritthöchste der Welt! Schön, dass sich wenigstens hier die Protestanten mal durchsetzen…   :-).

 

 

Das Essengehen fällt heute Abend aus. Wir haben uns in das mummelige Zimmer mit Brezel, Erdnüssen und Bier verkrochen und schauen Fussball über SkyGo. Das hebt die Stimmung, denn Mönchengladbach und Leverkusen haben verloren und BVB hat nur unentschieden gespielt. Bayern ist gerade am Verlieren. Herrlich! Hoffentlich machen es die Blau-Weißen morgen besser!

Und damit verabschieden wir uns für heute. Morgen geht es weiter bis nach Blindheim bei hoffentlich besserem Wetter!

 

Zwiefalten

Angekommen nach 73km in Zwiefalten kennt unsere Begeisterung keine Grenzen – jaaaa, wir sind drin, im Netz. Hallo Welt!

Aber bevor ich mich jetzt 2 Stunden aufrege über die bescheidenen WIFI Möglichkeiten in Deutschland, hier lieber ein positiver Bericht über unsere tolle und lange auch sonnige Tour.

Von Beuron-Hausen ging es um 9Uhr morgens wie gehabt zum ersten Highlight der Tour, dem Ort Sigmaringen. Vorerst bleibt der Weg hügelig, entfernt sich immer wieder von der Donau und nimmt so manche Steigung mit. Ist halt doch nicht ganz flach am Donauradweg, im Internet aber als leicht geschildert…..ich möchte keine schwereren Touren kennenlernen zumal, wie uns scheint, wir die einzigen Fahrradfahrer sind, die noch ihre Beine benutzen. Die meisten Radfahrer auf dem Weg lassen sich auf E-Bikes entspannt durch die Natur fahren, selbst in unserem Alter.

In Sigmaringen nach ca. 28km angekommen fällt der Blick automatisch auf die fotogene Burg, die über dem Ort aufragt (siehe Beitragsbild). Wirklich beeindruckend! (Keine Angst, Mami, ich habe mir noch nix angeschaut, machen wir alles beide zusammen.)

Ein Kaffee wärmt uns von innen auf. Schnell noch bei Aldi Wasser und ein SIM-Karte eingekauft und weiter geht es bis zur nächsten Pause ( für das Foto musste ich ganz schön kämpfen……)

Felsen und Hügel weichen nach und nach wieder der flachen Park- und Naturlandschaft. Wir haben Rückenwind und legen einen Zahn zu. Unsere Fahrräder rollen super und schnell haben wir die nächsten 28km auf dem Tacho. Unser zweites Etappenziel ist das nicht minder schöne Riedlingen mit seiner historischen Altstadt.

Es ist erst 14Uhr und so nehmen wir uns die Zeit, einmal durch den Ort zu laufen. Direkt an der Donau finden wir ein sonniges Plätzchen zum Sonnen und Entspannen bei leckerem Johannisbeerkuchen.

Eigentlich habe ich keine Lust mehr, weiterzufahren aber wir haben bereits schon gebucht. Also wieder rauf auf den Drahtesel und weiter nach Bechingen in 8km. Von hier müssen wir den Donauradweg leider verlassen, um auf der anderen Seite einer Hügelkette nach Zwiefalten zu kommen. Eine Bundesstraße ist zum Glück mit einem Fahrradweg ausgestattet, an der wir parallel die letzten 9km bis zu unserem heutigen Etappenziel entlangfahren.

Nachtrag: hier möchte mein Göttergatte eine genauere Wegbeschreibung haben…..also noch einmal:

Da wir direkt an der Donau kein Quartier bekommen haben, weil alles belegt war, mussten wir in den schönen Ort Zwiefalten ausweichen. In Bechingen angekommen haben wir den Abzweig zur Bundestrasse gesucht, die uns direkt dort hinführen würde. Die ersten 3km folgten wir dieser parallel bis über den Kamm immer stetig aufwärts, um auf der anderen Seite glücklicherweise eine Wegstrecke abseits der Bundestrasse zu finden, die uns dann direkt zum Gasthof  „Zur Post“ führte. Hier bezogen wir unser Zimmer und freuen uns auf eine heisse Dusche.

Das bekanntlich schöne an den Radtouren sind ja die Pausen und die unterschiedlichen Menschen mit ihren eigenen Dialekten, die es kennenzulernen gibt. In einer Pizzeria gegenüber unseres Gasthofes eingekehrt, saßen wir erst ganz alleine und dachten, der Hund wäre hier begraben. 1 Stunde später war der Laden rappelvoll und es schwäbelte pausenlos um uns herum. Das Zwiefälter Klosterbräu schmeckte super und wir genossen die Stimmung.

Zum Abschluss noch ein Foto der beeindruckenden barocken Klosteranlage, jetzt ein Psychatriezentrum…

 

 

Morgen geht es nach Ulm. Ich freue mich schon auf das schöne Hotel…. 🙂

 

Beuron-Hausen

Heute morgen lädt das Wetter nicht gerade zum Radfahren ein. Kuschelige 13Grad und nasse Straßen lassen uns an den nackten Beinen frösteln. Schnell ein Brötchen und ein warmer Kaffee und wir fahren zum Startpunkt, der Donauquelle mitten in Donaueschingen.

Nach einem Beweisfoto treten wir in die Pedale und fahren durch eine weite grüne Ebene immer entlang der Donau. Reiher, Kraniche, Störche, Bussarde und Weihen sichten wir.

In Tuttlingen, nach 36km, gönnen wir uns eine Pause zum Aufwärmen. In einem Café gibt es einen Pott Kaffe und ein „halbe Rosinenschnecke“ für jeden. Roland möchte auf seine Figur achten…. 😉

In der Apotheke, wir brauchen noch Ibuprofen, versichert man uns, dass jetzt das schönste Wegstück beginnt. Und das stimmt. Wir kommen an einem Bibertal vorbei. Lauter Baumstämme liegen quer in der Donau, nur die Biber lassen sich leider nicht blicken.

Das weite Tal, welches wir bislang befahren haben, verengt sich immer mehr zu einer engen Schlucht – es wird immer wilder und felsiger.

Eine tolle Landschaft, die wir hier so gar nicht vermutet hätten. Auf den Felsen thronen so manche Burgen., fragt mich nicht nach den Namen, aber sehr beeindruckend aussehend. Mit dem Fahrrad leider zu weit weg und vor allen Dingen zu hoch gelegen für mich. Ich komme bereits schon jetzt ins Schwitzen bei der immer hügeliger werdenden Wegführung. Wer hätte das an der Donau gedacht?

In Friedingen nach 50km Strecke machen wir eine kleine Pause am wunderschönen Bürgerhaus ScharfEck.

Wir müssen uns langsam überlegen, wie lange wir heute noch fahren wollen. Viele Gasthäuser sind ausgebucht, wie wir nun feststellen müssen. Aber mehr als 75km möchte ich am ersten Tag nicht fahren. Meine Oberschenkel brennen bereits. Nach mehreren Telefonaten haben wir endlich Glück und finden im Gasthof Steinhaus in Beuron-Hausen noch ein Zimmer.

Eine heisse Dusche und ein Schnitzel lassen uns wieder aufleben!

Wir sind vorsichtiger geworden und buchen für die nächsten zwei Übernachtungen über das Wochenende in Zwiefalten sowie anschließend in Ulm.