Habe ich eigentlich schon erwähnt, was wir für ein Glück mit dem Wetter haben? Jeden Tag lacht die Sonne bei Mitte 20°C. Bestes Wetter zum Wandern und Reisen.
Und ganz besonders heute brauchten wir so ein Wetter denn wir wollten das erste Mal unseren Ferry offroadtechnisch prüfen. Und auf diesem Weg benötigten wir trockenes Wetter. Wir freuten uns schon sehr auf die den Offroadern bestens bekannte etwa 12km lange Schmugglerroute von Spanien (Abzweigung Alins) nach Andorra.
Man hört ganz unterschiedliche Dinge von dem legendären Schmugglerpfad in den Foren. Wir selbst aber hatten überhaupt keine Probleme, was sicherlich zum einen an dem trockenen Sommer und der damit vorhandenen Griffigkeit der Piste lag, aber auch an dem nur 2,35m breiten LKW mit seinem kurzen Radstand von 3,09m. Der LKW schraubte sich erst auf befestigter Piste, dann noch vor dem kleinen Bergdorf Tor über unbefestigten, oft auch engen Wegen mit Untersetzungsgetriebe langsam immer weiter in die Höhe bis zur grünen Grenze auf 2300m nach Andorra. Es war phantastisch. Wir waren als Auto/LKW alleine auf dem Weg unterwegs. Nur Motorradfahrer und Mountainbikefahrer überholten uns sowie eine sehr freundliche grüßende spanische Polizei. Wir hatten genug Zeit für Pausen zum Fotografieren und Videos drehen. Wichtig war uns zu sehen, wie das Zusammenspiel zwischen dem sich verwindenden LKW Fahrgestell und der federgelagerten Kabine bei den sehr unwegsamen Passagen funktioniert. Das sah aber alles super aus! Die Kabine bewegte sich kräftig aber so soll es sein und als wir mal vorsichtig die Kabinentür lupften, war auch noch alles an seinem Platz! Selbst die 2 oder Furten waren bei der Trockenheit überhaupt kein Hindernis. Was man allerdings am Ende hat, sind leichte Spuren am Lack von den tiefhängenden Ästen. Das muss man in Kauf nehmen.
Auf dem Pass oben angekommen, geht es in steilen Serpentinen auf einer Teerstrasse wieder runter bis ins Tal. Es gab hier auch glücklicherweise keine Straßen-Sperrungen wie im Forum schon gelesen.
Ich würde die Tour sofort wieder machen, aber immer nur Richtung Andorra, weil Hochfahren mehr Spaß macht als Runterfahren mit einem ständigen Bremsfuß:-). Hier ein paar Einblicke von der Tour sowie 2 Videos.
Unser Plan für Andorra war es, noch etwas zu wandern. Wir hatten uns für ein Gebiet im Nordwesten an den Tristaina Seen sowie ein Gebiet im Osten, das Vall d´Incles ausgesucht. Für das Erstere zeigte uns das Garmingerät ein >3,5t Verbot an so dass wir direkt nach Osten einlenkten. Passte uns sowieso gut, da wir von dort direkt weiter nach Frankreich fahren konnten. Dieses Vall war ein echter Glückstreffer denn ansonsten wären wir fluchtartig aus Andorra weitergezogen. Es liegt nicht an der Landschaft, die genauso wunderschön wie die spanischen Pyrenäen aussieht: karge wenig bewaldete Berge wo man hinschaut und schmale Täler und Schluchten.. Es liegt an den eng verbauten Orten ohne grosse Parkmöglichkeit für einen Lkw unserer Größe. Vielleicht waren wir auch einfach nach dem Trip etwas müde. Aber einen Versuch wollten wir dann dennoch wagen und fanden diesen wunderschönen Naturcampingplatz zwischen andorranischen Steinhäusern in diesem abgesperrten Gletschertal voller Wanderungsmöglichkeiten. Hier gefiel es uns so gut, dass wir 2 Nächte blieben und relaxten, Wäsche wuschen und eine schöne Rundwanderung erlebten.