Umrundung Kaisergebirge

Heute, Samstag, starten wir unseren einwöchigen Urlaub nach Gasteig, Österreich. Geplant ist ab hier eine 4-Tage Hüttentour um das Kaisergebirge. Bis Montag haben wir Zeit, uns einzugewöhnen. Wir sind eingecheckt im Jagdschlössel, einem schönen 4 Sterne Hotel für die ersten beiden und die letzten beiden Nächte. In der Zwischenzeit können wir unser Auto am Hotel sicher stehen lassen.

Um uns einzulaufen brechen wir am Sonntag zu einer Halbtagestour auf, die uns die Hauswirtin empfohlen hat. Es geht auf den Hinterberg, Von dort wandern wir durch die Teufelsgasse zur Prostalm. Über den Prostkogel geht es anschließend wieder zurück zum Parkplatz. Der Himmel ist wolkenlos bei 25 Grad und das Wetter soll die ganze Woche so beständig und schön bleiben.

Abends wird der Rucksack gepackt und wir sind startbereit für unsere Hütten-Tour.

Wir brechen zeitig nach dem Frühstück auf und wandern der Straße nördlich aus Gasteig folgend und dann westlich über den WKS markierten Weg auf das Kaisergebirge zu. Es ist bereits schön warm und das wird auch den ganzen Tag so bleiben da unser Weg auf der Südseite des Gebirges verläuft und wenig Schatten bietet. Die ersten 500 Höhenmeter schlängelt sich der Weg leicht ansteigend bis zur Niederkaiseralm hinauf. Danach soll uns der Weg über den Schleifenfall Richtung Ackerlhütte führen. Leider ist der Originalweg nach dem Wasserfall wegen der Gefahr des Steinschlags gesperrt und so mussten wir eine Umgehung mit 100 m Höhendifferenz in Kauf nehmen. Mittlerweile ist es richtig heiß geworden und wir stellen fest, das auf unserem Weg nicht eine einzige offene Hütte liegt, bei der wir einkehren können. Wir habe nur jeweils 1l Wasser mit, was zu wenig ist. Besonders mir macht die Hitze sehr zu schaffen aber es hilft alles nix, wir müssen weiter und der Weg führt uns weiter über den Baumgartnerköpfl auf den Muchel-Wieser Steig. Der Weg zieht sich relativ eben am Gebirgskamm entlang. Ich bin sehr erschöpft und komme mir vor wie in der Sahara ohne Schatten und Wasser. Eine kurze Verschnaufspause unter einem Gebüsch und wir nehmen den Höhepunkt der Etappe, den gesicherten Jubiliäumssteig in Angriff.

Die Konzentration lässt die Müdigkeit vergessen lassen und wir hangeln uns begeistert durch die engen Schluchten, super gesichert über Klammern und Treppen, bis wir endlich oberhalb unseres Ziels, der Gruttenhütte auf 1620m angekommen sind. Unsere Leistung für heute waren 6h45min reine Wegzeit und 1867m Aufstieg bei 15,8km Weglänge.

Wir haben ein Zimmer für 2 Personen reserviert. Eine Dusche und Warmwasser gibt es nicht. Egal, Kaltwasser tut es auch. Wir trinken je 2l und essen beide ein Wienerschnitzel danach fühlen wir uns wieder lebendig und legen uns in die Federn.

Ein neuer Tag beginnt um 7Uhr mit einem Frühstück und wir freuen uns auf einen etwas erholsameren zweiten Tag. Die Route führt uns über den Wilden-Kaiser-Steig westlich entlang des Gebirges bis zur Kaiser-Hochalm, einem schönen Plätzchen zum Sonnen.

Weiter geht es runter bis zur Steiner Hochalm, wo wir uns eine Apfelschorle genehmigen und von einem Hafenspieler unterhalten werden. Hier ist schon wieder etwas mehr Trubel, einige Tagesausflügler genießen das schöne Wetter bei einer leckeren Brotzeit mit Bier.

Nun zieht sich ein schmaler Pfad steil herunter bis nach Scheffau zum Hintersteiner See. Wir hatten uns die Gegend ganz anders vorgestellt und sind angenehm überrascht wie schön es hier ist. Der See ist ganz klar und Roland ist kaum abzuhalten, einfach reinzuspringen. Unsere Unterkunft liegt genau am Ende des Sees und wir entscheiden uns für die schattige Umrundung durch den Wald bis wir nach 12,5km und 4h30min, 500m Aufstieg und 1230m Abstieg an der Pension Maier ankommen. Endlich eine warme Dusche und danach einen Apfelstrudel mit Sahne und einen Pott Kaffee. Was will man mehr….

Am dritten Tag unserer Tour führt uns der Weg wieder nach oben. Unser Ziel ist das Stripsenjoch und vor uns liegen 16km, 6Stunden Gehzeit und 1650m Aufstieg. Der Tag wird anstrengend werden, aber wir laufen diesmal auf der Nordseite des Gebirges größtenteils im Schatten.

Hinter der Pension Maier führt uns der Weg die ersten 500 Höhenmeter stetig bergauf über die Walleralm, bis zum Hochegg mit 1460m Höhe und dann leicht abfallend weiter bis zur Steinbergalm und steil bergab auf dem Bettlersteig bis zum Anton Karg Haus. Wir sind wieder auf 829m Höhe und damit auf Höhe unseres Startpunktes, was schon irgendwie zermürbend ist….zum Stripsenjoch sind wieder 750m zu erklimmen. Wir entscheiden uns daher, im Hans Berger Haus nach 100 Höhenmeter ein längere Rast einzulegen. Es ist Mittag, wieder sehr warm und wir haben Schmacht auf Kaiserschmarren mit Apfelmus.

Die Pause hat uns richtig gutgetan. Vielleicht haben wir uns auch jetzt erst richtig eingewandert. Gestärkt sind wir zuversichtlich, die restlichen 650 Höhenmeter zu bewältigen. Langsam aber stetig führt uns der immer steiler werdende Pfad über angelegte Treppenstufen bis hoch zum Stripsenjoch, wo uns eine überwältigende Aussicht in jede Richtung, aber v.a. D. auf das Kaisergebirge erwartet. Wir sind stolz auf uns und freuen uns auf 4min Duschen mit warmen Wasser!

Der Höhepunkt der Tour ist erreicht und fast wird man schon ein wenig wehmütig aufgrund des nahenden Endes unserer Wanderung.

Die vierte und letzte Etappe soll aber noch einmal eine wunderschöne Tour werden. Es geht frühmorgens von der Hütte weiter über den Panoramaweg bis zum Feldberg mit 1819m der höchste Punkt unserer Hüttentour. Unter dem Gipfelkreuz auf einer Bank sitzend staunen wir noch einmal über das gegenüberliegende Kaisergebirge, suchen die Klettersteige und -Wege, die sich durch die Gipfelsparten ziehen mit dem Auge und verfolgen dabei auch einen Rettungshubschrauber, der durch eine der Spalten fliegt und anscheinend nach Personen sucht.

Wir wandern weiter immer auf dem Grat entlang und dann ab Erreichen der Waldgrenze über einzelne Pfad- Teilstücke steil die Straße querend und ziemlich knielastig bis in den Ort Griesenau hinunter. Nach einer kurzen Erfrischung in einer ansässigen Gaststätte entscheiden wir uns gegen den Weg entlang der Straße zurück nach Gasteig und für zusätzlich 200 Höhenmeter. Der Weg führt uns über die Grandneralm zurück nach Gasteig zu unserem Hotel. Die letzte Etappe war mit 16km Länge und 600m Aufstieg sowie 1400m Abstieg für die Füße noch einmal Knochenarbeit.

Wir haben es geschafft und sind glücklich und zufrieden, genau wie die beiden Kühe auf einer der letzten Bilder Richtung Gasteig…..

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