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WoMo-Selbstausbau: Basisfahrzeug

Mittlerweile ist das Fahrzeug vom Lackierer wieder zurück und wir können  voller stolz den Lkw im neuen Gewand zeigen. Der endgültige seidenmatte Farbton nennt sich steingrau, was uns super gefällt und sich gut von den schwarzen Anbauten / Stossstange absetzt.

Ein neues Fahrgefühl haben erfreulicherweise auch die größeren Reifen 365/80 R20 gebracht. Zum einen sind endlich die unangenehmen Resonanzen der alten Reifen mit Sägezahnprofil verschwunden und wir haben nun einen deutlich besseren Fahrkomfort bei etwas verringerter Drehzahl des Motors erreicht.

Der LKW ist nach Abschluss der Wartung anstandslos durch den TÜV gekommen und wurde auf 7,49t abgelastet :-). Bei einem aktuellen Gewicht von ca. 4,5t werden wir unsere Hausaufgaben machen müssen, um mit der selbstausgebauten Kabine nicht über das Ziel hinauszuschiessen…..!

Nun wieder in unserer Garage geht es weiter: das Fahrgestell ist nun zu 95% fertig…Roland will jetzt im Herbst noch die Tankumschaltanlage etwas perfektionieren sowie die Aufnahme des Abwassertanks anpassen. Aktuell haben wir noch eine Anfrage für Dämmmaterial gestartet. Die Fahrerhauskabine innen besser zu dämmen wird dann unser Winterprojekt werden. Wir müssen sehen, wie lange wir bei kälter werdenden Temperaturen erfolgreich arbeiten können.

Den Sommer haben wir genutzt um verschiedene Wohnkabinenhersteller anzufragen. Aus sechs Anfragen kristallisierten sich schnell drei Favoriten heraus, die wir dann alle persönlich besucht haben. Das können wir auch jedem nur empfehlen, um sich die Betriebe vor Ort anzuschauen und ein Gefühl des Vertrauens zu entwickeln. Letztendlich haben wir uns für Boxmanufaktur entschieden, einmal aufgrund der räumlichen Nähe und zum anderen aufgrund der dort vorliegenden Erfahrung und der positiven Gespräche. Leider werden wir noch etwas Zeit überbrücken müssen, bis wir die Kabine im Sommer nächsten Jahres bekommen. Der Run auf Wohn- und Expeditionsmobile ist ungebrochen, was wir nicht nur an den langen Lieferzeiten sondern auch an den stetig steigenden Preisen aller Komponenten für den Ausbau spüren!

Mit der Planung sind wir mittlerweile soweit, dass wir es kaum noch abwarten können, den Eigenbau zu beginnen. Es gibt sicherlich hier oder da noch etwas zu zeichnen oder die ein oder andere Excelliste zu pflegen (besonders die mit den Gewichten…), aber das Konzept steht. Einige ungeklärte Dinge konnten wir bereits auf den besuchten Messen in Hamburg (Adventure Northside) und  Bad Kissingen (Abenteuer Allrad) erfolgreich besprechen.

Jetzt heißt es, geduldig zu warten…

Auf den Spuren von Heinrich Heine

„Ich möchte auch mal auf den Brocken“, ließ ich meinen Vater in diesem Jahr wissen und versuchte ihn im Oktober mit einem Gutschein zu seinem 81. Geburtstag zu ködern. Kein Problem freute sich mein Vater über das Angebot, obwohl er schon zigmal und in verschiedensten Routen den Brocken bestiegen hatte und es wurde gleich geplant. Für mich als Erstbegeher kam natürlich nur der Heinrich Heine Weg in Frage, laut Reiseführer der schönste Weg auf den mit 1141m höchsten Berg Norddeutschlands. Der geplante Corona Lockdown im November ließ uns die Wanderung ungewollt schneller beschließen als gedacht und nach einem Blick in die Wetterkarte und einer schnellen Hotel-Reservierung in Bad Harzburg fuhren wir mit dem Auto am Samstag um 6Uhr morgens gutgelaunt Richtung Harz. 4h später erreichten wir in Ilsenburg den sich bereits schnell füllenden Wanderparkplatz. Wir waren anscheinend nicht die Einzigen, welche das letzte „freie“ Wochenende zu einer Wanderung nutzen wollten. Kein Problem, wir schnürten unsere Schuhe und den Rucksack und dann ging es los auf den Spuren des Dichters Heinrich Heines, der 1824 diesen Weg auf den Brocken bei seiner Harzreise bewanderte.

 

 

 

 

Gemütlich und stetig bergan schlängelt der Weg sich entlang der Ilse durch das Ilstal in einem  urwüchsigen Buchenwald, der sich mittlerweile herbstlich bunt zeigte.

 

 

 

 

An den unteren Ilsefällen, ca. 3,5km und 170hm weiter, legten wir eine kleine Rast für das zweite Frühstück ein. Für Ende Oktober bei 13Grad fühlten wir uns wunderbar, zumal der Himmel immer wieder aufbrach und sich die Sonne zeigte.

 

 

 

 

Kili – Besteigung

Wie bereitet man sich auf die Besteigung des höchsten Berges Afrikas vor? Diese Frage habe ich mir 2018 oft gestellt und viel im Internet dazu gesurft. Von „Hauptsache gesund“ bis „regelmäßige Marathons“ habe ich jeden Fitnesslevel als Bedingung für eine erfolgreiche Besteigung gefunden. Also musste ich mir selbst was überlegen, denn keine der beiden Extremen kamen für mich in Frage. Als Ü50 , berufstätig mit Haus und Hund bleibt sowieso nicht  viel Zeit für Ausdauersport…..Roland und ich joggen gerne, also bereiteten wir uns 1 Jahr durch mindestens 3 Laufrunden pro Woche vor. Innerhalb der Woche mit max 9km und schnelleren Runden und am Wochenende mit immer länger werdenden Ausdauer-Runden. Mein persönlich erreichtes  Ziel war Anfang Dezember eine Halbmarathonstrecke, die mir ein gutes Gefühl der Vorbereitung gab. Daneben haben wir Brückentage für Wanderungen im Mittelgebirge genutzt sowie im Herbst in den Dolomiten den Höhenweg 1 erwandert. Mehr Zeit war nicht, das musste einfach reichen. Unser 22jährige Sohn vertraute auf eisernen Willen und regelmäßiges Krafttraining. Im Dezember dann noch als Test eine Winterwanderung auf den Brocken mit meinem fast 80jährigen Vater und zwischendurch ein paar Joggingrunden mussten auch bei ihm zwecks knapper Zeit während des Masterstudiums  ausreichen.

Ihm- dem Sohnemann, haben wir übrigens auch die verrückte Idee zu diesem Abenteuer zu verdanken. Sein Traum, den Kili zu besteigen, geht bis ins Grundschulalter zurück. Zum Bachelorabschluss ein nettes Familienevent, hat er dann so gedacht……Roland war begeistert, mir ziemlich mulmig.

Bei den verschiedenen möglichen Routen haben wir uns schnell für die  Kikeleva-Route entschieden. Die Route startet zusammen mit der Rongai- Route als Nord-Ost Überquerung in der Nähe der kenianischen Grenze und ist weniger begangen. Die Kikeleva-Route ist 12km länger als die Rongai-Route und macht einen kleinen Schlenker Richtung Mawenzi zu dem einzigen vorhanden See und verläuft dann über den Sattel Richtung Kibo. Statt normalerweise 6 Tage wollten wir uns 7 Tage Zeit zwecks guter Akklimatisierung geben. Wichtigstes Ziel sollte  bleiben, dass wir alle wieder gesund nach Hause kommen, egal, ob wir es schaffen.

Neben der Kili- Besteigung wollten wir uns auch noch etwas Urlaub gönnen. Das lokale erfahrene Unternehmen KiboSlopes Safaris stellte uns eine tolle zweiwöchige Tour zusammen, die aus 1 Tag Safari im Amroseli- Park in Kenia, einer 7-tägigen Kili- Besteigung und einer nachträglichen Safari im Terengeti Park sowie im Ngorongoro Crater  in Tanzania bestand inclusive natürlich der Fahrten und Übernachtungen in Kenia und Tanzania. Wir brauchten  uns nur um die Flüge und Visa zu kümmern alles andere wurde  uns abgenommen und klappte dann erfahrungsgemäß reibungslos!!

Und so flogen wir am 02.01.2019 von Frankfurt nach Nairobi mit ganz viel Aufregung im Bauch, zumindestens bei mir.