Von der Hütte Lavarella zur Hütte Scotoni

Für heute ist ab Mittag Regen angesagt, deswegen brechen wir wieder zeitig um 8 Uhr in der Früh auf, der blauen 1 folgend.Der Weg führt erst gemütlich und leicht bergan durch Latschenkiefer bis zu einer Alm hinauf. Der Nebel hängt noch tief, die umliegenden Berge sind leider nicht zu erkennen.
Weiter geht es flach über eine lange Ebene. Wir sind heute alleine. Entweder sind alle schon aufgebrochen oder bei dem Wetter im Bett geblieben. Unsere Klamotten sind in der letzten Nacht leider nicht trocken geworden. Gott sei Dank haben wir genügend Wechselwäsche mit. Wir haben heute nur 1 knackigen Anstieg, bevor wir dann im Tal auf gleicher Höhe wie am Startpunkt (2300m) in der Hütte Scotoni einkehren werden. Bevor sich der Weg aber in die Höhe schlängelt, fängt es leider an zu nieseln. Diesmal ziehen wir komplett unsere Regenklamotten an und machen uns trocken und schön eingepackt an den Aufstieg.

Der Weg ist wunderschön, nach ein paar Kehren können wir die Scharte als Hochpunkt unserer heutigen Wanderung sehen. Jetzt ist es trocken und die Sonne kommt sogar heraus. Wir machen viele Fotos, die Aussicht von hier oben ist super!Die Scharte erinnert uns an den Santner Klettersteig und das Tschaiger Joch, genauso schlängelt sich der Weg spektakulär auf der anderen Seite in die Tiefe bis zum See Lagazuoi. 

Am See angekommen gibt es einen Müsliriegel und lecker kaltes Wasser zur Belohnung :-). Der Weg, der oben auf dem Foto erkennbar, sich den Berg hinaufschlängelt, gehört zu unserer morgigen Etappe.

Heute müssen wir von dem See leider 20min und 200Höhenmeter zu unsere Hütte absteigen. Dafür haben wir das erste Mal statt einer Notunterkunft ein Zimmer mit 5 Betten und eigenem Bad. Momentan sind wir die einzigsten Gäste….später kommen noch 3 israelische Brüder hinzu.

Vom Pragser Wildsee zur Hütte Lavarella

Heute starten wir den Dolomitenhöhenweg 1 und sind schon ganz bespannt. Unser Auto in Toblach geparkt, fahren wir mit dem Shuttlebus zum Pragser Wildsee, wo der Weg startet. Zu dem See muss man noch eine Zeile schreiben. Was wir gar nicht wussten aber in Italien zu großer Bekanntheit geführt hat, ist eine Fernsehserie mit dem Schauspieler Terence Hill, der an dem besagten See spielt, wo er ein Haus bewohnt. Jetzt verstehen wir auch den Hype um diesen See. Als wir morgens um 9Uhr dort ankommen, werden gerade Hochzeitsfotos unter dem Steg geschossen…..ein Bostener Ehepaar, welches wir im Bus kennengelernt haben, hat uns dann gleich auch an diesem berühmten Ort verewigt und ja…schön ist der See ja gelegen. 

Wir umrunden den See und danach steigen wir endlich auf. Alleine haben wir den Weg nicht für uns, aber es verteilt sich ganz gut.

Erst über ein Geröllfeld und dann über kleine Pfade führt uns der Weg immer weiter weg von der Zivilisation in die Ruhe und Abgeschiedenheit wie wir sie lieben. Das Wetter ist sonnig und warm und da wir heute nur einen kurze Strecke -allerdings mit 1000Höhenmeter-zu bewältigen haben, erreichen wir schon am Mittag die Seekofelhütte auf über 2300m.

Hier beziehen wir ein 8-Personen-Bettlager. Wie wir beim Abendessen später erfahren, sind unsere Zimmergenossen eine Männergruppe aus Mannheim, alles Rentner, sowie 3 jüngere Männer aus Belgien und Amerika. Also 7 Männer und ich….gut, dass ich an die Ohropax gedacht habe!

Wir haben viel Zeit, treffen das Bostener Ehepaar wieder und lassen uns das zünftige Bergessen bei netten Unterhaltungen schmecken. Wichtiges Tagesthema sind natürlich die schlechten Wetterprognosen, die uns ziemlich viel Regen ankündigen. Danach geht es zeitig ins Bett. Taub wie ich bin mit den Ohrstöpseln schlafe ich in dem Bett erstaunlich gut. Da ich direkt am Fenster schlafe, kann ich auch für ausreichend Sauerstoff in dem Kabuff sorgen. Um kurz nach 6 Uhr fängt hektisches Treiben an und eigentlich sind wir auch ausgeschlafen. Nach einem Frühstück packen wir unseren Rucksack und sind nach 8Uhr schon unterwegs. In den umliegenden Bergen hängen bereits tief die Wolken, aber noch sieht es freundlich aus.  Zuerst führt der Weg uns über die Alm seicht aber später sehr steil abwärts zur Pederuhütte auf 1500m. Das erste Donnergrollen ist zu hören, mittlerweile ist es stark zugezogen. Wir wollten in der Hütte eigentlich zu Mittag essen, sind aber viel zu früh angekommen. Nach einem Kakao und in Anbetracht des schlechten Wetters, brechen wir wieder auf.

Nun geht es wieder bergauf. Unser Ziel für heute ist die Hütte Lavarella auf gut 2000m. Leider erreichen wir diese dann nicht mehr trocken. Auf halber Höhe fängt es immer stärker werdend an zu regnen. Wir sind zu faul, die Regenhosen überzuziehen, die Regenjacke muss reichen. In der Hütte angekommen, heißt es nur noch so schnell wie möglich aus den Klamotten raus und in die trockenen rein.

Für mich zum Aufwärmen gibt es eine Speckknödelsuppe und einen Tee mit Rum. Roland begnügt sich mit einem Radler, hat aber seine neue wattierte Jacke im Restaurant seit 2 h nicht ausgezogen. 

Toblach-2.Tag

Heute ist es noch wärmer und wir nutzen den zweiten Tag in Toblach, um uns weiter einzulaufen. Richtung Pragser Wildsee, wo unsere Tour morgen früh starten wird, parken wir unser Auto und wandern vom Parkplatz Brückele auf dem Weg 18 gute 400 Höhenmeter hinauf zur Hütte Stolla Alm, wo wir Rast machen.Wir sind überrascht, wie voll es im Pustertal ist. Weniger Deutsche sondern viele Italiener, die außerhalb der Ferien hier Ihren Urlaub verbringen. Die meisten Besucher lassen sich mit dem Shuttlebus auf die Plätzwiese bringen. Wir sind froh, uns anders entschieden zu haben und dem Wanderweg nach oben gefolgt zu sein. So bleibt zwar leider keine Zeit mehr für einen Ausichtsberg aber dafür sind wir ganz alleine. Ohne Rucksack lässt es sich entspannt laufen. Mir graut es schon vor dem schweren Gepäck morgen. In Toblach am Hotel wieder angekommen packen wir in Ruhe unseren Rucksack und Roland lässt sich im Ort noch einen schneidigen Haarschnitt verpassen. Heute Abend noch ein Geburtstagsessen und dann ab in die Federn. Wir wollen morgen vor dem Ansturm los…