Erongo

Von Swakopmund fahren wir nördlich in das Erongo-Gebirge. Der Himmel hat sich bedrohlich verdunkelt, ein seltenes Bild in Afrika um diese Jahreszeit. Wir bleiben in dieser Gegend für insgesamt drei Nächte, eine Nacht in der Hohenstein Lodge und zwei Nächte 50km weiter in der Ai-Aiba Lodge. In der Hohenstein Lodge freue ich mich auf eine Wanderung, die ich vor drei Jahren nicht zu Ende gewandert bin.

Wir entscheiden uns alle für den Kudu Trail, der uns 8km lang durch die schöne felsige Landschaft führt.

Mittlerweile donnert es kräftig und es wird immer dunkler. Wir gehen alle einen Schritt schneller, aber es hilft nix, die ersten Tropfen fallen und dann beginnt der Regen…..

Klitschnass erreichen wir die Lodge. Mittlerweile hat es wieder aufgehört zu regnen und ein vollständiger Regenbogen spannt sich über den noch dunklen Himmel.

Wir duschen schnell, ziehen uns was trocknes an, dann setzen wir uns gemütlich in das Wohnzimmer und warten auf das Dinner. Das Gewitter ist aber noch nicht vorbei. Es regnet Bindfäden bis ins Haus hinein.

Am nächsten Morgen scheint schon wieder die Sonne. Roland und ich beobachten die Vögel sowie die putzigen Klippratten an der Wasserstelle während unsere Freunde noch einen anderen Wanderweg ausprobieren.

Unser kurzer Anweg zur nächsten nahegelegenen Lodge ist Gott sei Dank befahrbar und trocken. Wir machen aus, uns an der Ai-Aiba Lodge zu treffen und fahren los. 50km weiter haben wir unser Ziel bereits erreicht. Heute ist Chillen am Pool angesagt. Jede Lodge hat ihre Reize. Hier ist ein großer Pool für uns ganz alleine. Wir sind noch früh dran, noch keine anderen Gäste in Sicht. Wir genehmigen uns einen alkoholfreien Rock Shandy und schmeißen uns auf die Liegen. Doch unsere aktive Gruppe ist einfach zu unruhig für langes Faulenzen. Nach der größten Mittagshitze werden die Wanderschuhe übergezogen und wir erklimmen den Hang hinter unseren Häusern. Ein 45min Weg führt uns über einen Hügel mit toller Aussicht und Felsmalereien auf der anderen Seite über das Tal wieder zurück. Die Hügel sehen aus wie aufgehäufte Steinhaufen und laden zum Klettern ein. Und so wird die Wanderung gleich ein wenig verlängert…

Den Sonnenuntergang genießen wir auf der Terrasse. Während auf der Westseite die Sonne sich am blauen Hommel langsam verabschiedet, verdichten sich die Wolken auf der Nordostseite wieder zu einem Gewitter. Die Fotoaufnahmen werden durch das tolle Licht spektakulär.

Auf der Terasse haben wir noch eine andere aufregende Begebenheit, denn während wir dort stehen, schlängelt sich eine junge Puffotter um unseren Tisch und verschwindet anschließend wieder im Gebüsch. Schon ein komisches Gefühl….dieselbe Begebenheit wiederholt sich heute bei Florian und Sven auf der benachbarten Terrasse. Während Sven nach einer Eidechse Ausschau hält, kommt dieselbe Puffotter wieder aus dem Gebüsch und windet sich unter seiner angehobenen Schuhferse hindurch. Florian bekommt ne halbe Herzattacke und Svens Gesicht habe ich leider nicht gesehen….. aber alles gutgegangen.

Das Dreigängemenü schmeckt super und wir fallen um neun alle müde in die Federn.

Heute früh steht ein Besuch der Sane People an. Bettina und ich bleiben zurück und machen alle einen schönen Spaziergang.

Der Rest der Bande genießt den Ausflug. Abends ist eine Sundowner Fahrt geplant. Ich freue mich schon und vielleicht sehen wir auch mal andere Tiere als Affen und Antilopen.